RITTERTURNIER

GIOSTRA – WETTKAMPF DER RITTER

Die erste Abhaltung der Porečer Giostra des 21. Jh. basiert auf der schriftlichen Dokumentation des Ritter-Turniers von Poreč, vom 14. Februar 1745.

Bartholomäeus Rigo, Ritter und Teilnehmer des Turniers und Gemeindekanzler, hat die Dokumente über Giostra im Buch die Termination des Kanzleramtes von Novigrad aufbewahrt, wie niedergeschrieben, auf Antrag der werten Herren Richter aus Novigrad.

Bartholomäeus Rigo schrieb, dass an Land eine imposante Rennbahn aufgebaut wurde mit einer Länge von ca. 100 Schritten (ca 180 m) und einer Anfangsbreite von ungefähr 10 Fuß (ca. 36 m) welches sich zum Ende hin auf nur 5 Fuß verengt (ca. 1,80m).

Auf der linken Seite wurden zwei Schilder mit roter Farbe gekennzeichnet, in deren Bereich der Ritter, Teilnehmer des Wettkampfes, jene Zeit einhalten musste, welche für den Speerwurf vorgesehen war und zum Sarazenen (Zielscheibe) zu gelangen , welcher auf einer Entfernung von weiteren 30 Schritten (ca. 54 m) vom letzten Schild aufgestellt war, diesen zu treffen (verletzen) und den Speer brechen.

An der Rennbahn wurde eine prunkvolle Bühne aufgebaut, von wo aus die Adeligen den Wettkampf verfolgten und auf der rechten Seite befanden sich 100 Soldaten und Offiziere die für Ordnung sorgten.

Die Stadtmauern und Fenster, welche zur Rennbahn hin sahen, wurden mit dem seltensten Putz, den man in Poreč finden konnte, verziert. Derweil ankerten im Hafen ebenso prunkvoll verzierte Galeeren, die von 6 kleineren, ungeschmückten Galeeren escortiert wurden. Im Meer tummelten sich viele kleine Schiffe mit Neugierigen die die Festlichkeiten verfolgten.

Am Wettkampf nahmen 8 Ritter teil. Jeder hatte seinen Vorläufer (zu Fuß) und seinen Sekundanten zu Pferde. All das beaufsichtigte der Mastro di Campo ( Meister der Wettspiele) mit einer ganzen Reihe von Gehilfen, Reitern, Fanfarentrompetern und Reservepferden.

Alle Reiter und Paten ritten auf ihren Pferden vor dem Turnier zum Palast des Meisters der Wettspiele (Mastro di Campo), zum feierlichen Empfang. Danach, ging es um 20 Uhr, angeführt vom Meister der Wettspiele zur Rennbahn. Die Paten trugen die Speere und im Zug reihten sie sich dem Alter nach ein. Sie defilierten auf der Rennbahn in beiden Richtungen und meldeten dann die Namen beim Tribunal der Herren Richter an.

Die Fanfarentrompeter spielten drei Takte. Beim ersten Takt übergab der Pate dem Wettkampf-Teilnehmer den Speer, beim zweiten Zeichen defilierte der Vorgänger der Rennbahn entlang bis zum hintersten Teil um die errungenen Rechte seines Ritters zu verteidigen. Auf den dritten Takt hin ging der Ritter in Galopp über und hantierte mit dem Speer in den dafür abgezeichneten Bereichen. Auf gleiche Art gingen die anderen Teilnehmer vor und zwar in drei Rennläufen. Nach dem letzten Rennlauf überprüften die Richter und deren Delegierte die Resultate der Teilnehmer an der Zielscheibe, worauf der Gewinner bekannt gegeben wurde.

Der Tribunal rief den Besten zu sich und schnallte ihm zwei meisterhafte Pistolen um die Hüften, das übliche Geschenk für den Giostra-Gewinner.

Laut Vermächtnis des Gemeindemitgliedes Rigo, endete die Giostra nicht mit der Bekanntgabe des Gewinners. Die Reiter, angespornt durch die Adelsfrauen, gingen in noch einen Rennumlauf auf den Sarazenen, wobei die gleichen Regeln galten. Der Gewinner erhielt den prächtigen Goldteller Masgalano. Derweil wetteten die Adeligen auf den Gewinner – indem sie Goldmünzen setzten. Es folgte dann noch ein Zweikampf zwischen dem Masgalano Gewinner und dem Sarazenenspiel-Gewinner.

Nach all diesen Erlebnissen auf der Rennbahn trafen sich die Giostra Wettkampf-Teilnehmer beim Gewinner zum üppigen und feierlichen Abendessen. Am Tag darauf ging es dann zum festlichen Mittagessen zum Kapitän der venezianischen Flotte, der zugleich auch Schirmherr der Giostra war Die Abhaltung der Giostra erfolgte auf persönlichen Aufruf des Kapitäns.

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Društvo prijatelja Giostre – Associazione amici della Giostra, Zavičajni muzej Poreštine – Museo del territorio parentino, Decumanus 9, 52440 Poreč, tel. 00385 52 431 585 , fax. 00385 52 452 119 ,

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